Wie Sie im Gespräch um mehr persönlichen Abstand bitten

Wie Sie im Gespräch um mehr persönlichen Abstand bitten

Wenn jemand während eines Gesprächs zu nah steht, können Sie einen Schritt zurücktreten. Doch was tun, wenn die Person Ihnen folgt? Sie möchten weiter zuhören, fühlen sich mit dem geringen Abstand aber unwohl und achten zunehmend mehr darauf als auf das Gespräch selbst. Dann kann es helfen, die Bewegung mit einer kurzen, klaren Bitte zu verbinden.

Um mehr persönlichen Abstand zu bitten, kann in ganz alltäglichen Situationen sinnvoll sein – am Tisch, auf dem Flur oder bei einem Treffen. Sie können sagen, welchen Abstand Sie brauchen, und zugleich beim Thema bleiben. Sie müssen nicht beurteilen, warum die andere Person so nah steht oder was sie damit beabsichtigt.

Sagen Sie, was sich ändern soll

Überlegen Sie zunächst, was Ihnen gerade helfen würde: ein wenig weiter auseinanderzustehen, auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen oder das Gespräch an einem geräumigeren Ort fortzusetzen. Wenn Sie sich selbst nicht bequem umsetzen oder wegbewegen können, bitten Sie die andere Person direkt, etwas zurückzutreten.

Eine hilfreiche Bitte beschreibt eine konkrete Veränderung. Zum Beispiel: „Bitte treten Sie ein wenig zurück, ich brauche mehr Platz.“ Bei einer vertrauten Person können Sie sagen: „Ich setze mich lieber hierhin, so kann ich mich besser unterhalten.“ Damit erfährt die andere Person, wie sie auf Ihre Bitte eingehen kann.

Formulieren Sie die Bitte ausgehend von Ihrem eigenen Bedürfnis. „Sie stehen unangenehm nah, merken Sie das nicht?“ enthält eine Bewertung der anderen Person. „Mit etwas mehr Abstand fühle ich mich wohler“ bleibt bei der Gestaltung des Gesprächs. Eine bestimmte Reaktion ist dadurch nicht garantiert, aber die gewünschte Veränderung wird klar benannt.

Sie müssen den Abstand weder in Zentimetern angeben noch begründen, dass andere Menschen ihn ebenfalls brauchen könnten. Zeigen Sie auf den Platz, zu dem Sie sich bewegen möchten, oder bitten Sie um einen kleinen Schritt zurück. Anschließend können Sie sagen, ob der Abstand für Sie passt.

Verbinden Sie eine Bewegung mit einem kurzen Satz

Ein Schritt zurück kann unbemerkt bleiben oder anders verstanden werden. Wenn Sie eine bestimmte Veränderung möchten, sprechen Sie sie deshalb auch aus. Wenn Sie sich selbst an einen geeigneten Platz bewegen können, hilft dieses einfache Vorgehen:

  1. Verändern Sie Ihre Position. Stellen oder setzen Sie sich so hin, dass Sie genügend Platz haben. Wenn das nicht möglich ist, bitten Sie direkt um mehr Abstand.
  2. Sagen Sie, was für Sie passt. Zum Beispiel: „Ich bleibe hier stehen, ich brauche beim Gespräch etwas mehr Platz.“
  3. Knüpfen Sie an das Thema an. Wenn Sie das Gespräch fortsetzen möchten, können Sie sagen: „Sie hatten die Terminänderung erwähnt. Was wurde denn angepasst?“

Sprechen Sie so, dass man Sie gut hören kann. Sie müssen dabei nicht jede Geste kontrollieren oder ununterbrochen Blickkontakt halten. Wichtig ist, dass Ihre Bitte um eine Veränderung verständlich ist.

Wenn Sie das Gespräch beenden möchten, können Sie den Übergang zurück zum Thema weglassen. Sagen Sie dann direkt: „Ich muss jetzt weiter, wir können das später zu Ende besprechen.“ Eine Bitte um mehr Abstand verpflichtet Sie nicht dazu, länger im Gespräch zu bleiben, als Sie möchten.

Eine kurze Begründung genügt: „So kann ich mich angenehmer unterhalten“ kann die ganze Erklärung sein. Persönliche Hintergründe müssen Sie nur so weit erläutern, wie es sich für Sie richtig anfühlt.

Passen Sie die Lösung an den Raum an

Manchmal genügt ein Schritt, um mehr Abstand zu schaffen. In anderen Situationen müssen Sie den Platz wechseln, ein Dokument verschieben oder einen ruhigeren Ort suchen. Wählen Sie eine Veränderung, mit der Sie beide Ihre aktuelle Aufgabe fortsetzen können.

SituationMöglicher VorschlagBeispielformulierung
Gespräch im Stehen auf dem FlurAn eine Stelle mit mehr Platz wechseln.„Ich stelle mich ein Stück hierher, dann habe ich mehr Platz.“
Die Stühle stehen dicht beieinanderDie Sitzordnung anpassen, bevor Sie weitersprechen.„Lassen Sie uns die Stühle bitte etwas auseinanderstellen.“
Sie schauen gemeinsam auf einen BildschirmDen Monitor drehen, die Ansicht vergrößern oder eine zweite Dokumentkopie verwenden.„Ich brauche neben mir etwas mehr Platz. Ich drehe den Bildschirm, damit Sie ihn auch von dort sehen können.“
Im Raum ist es lautDas Gespräch an einem ruhigeren Ort fortsetzen.„Gehen wir ein Stück weiter weg vom Lautsprecher, dann können wir uns auch mit mehr Abstand gut hören.“

Wenn die andere Person sagt, dass sie Sie aus größerer Entfernung nicht gut hören oder die Unterlagen nicht sehen kann, berücksichtigen Sie das. Sie können die Lautstärke, die Position der Unterlagen oder den Gesprächsort anpassen. Suchen Sie nach Bedingungen, unter denen Sie sich verständigen können und zugleich den nötigen Abstand haben.

An einem vollen Ort ist vielleicht nicht sofort ein passender Platz verfügbar. Sie können vorschlagen, das Gespräch nach einem Ortswechsel oder später fortzusetzen. Sich immer wieder zwischen anderen Menschen zurückzuziehen, löst nicht jede Situation.

Eine mögliche Lösung am Arbeitsplatz

Beispielsituation: Sie zeigen einer Kollegin oder einem Kollegen ein Dokument auf dem Bildschirm. Die Person stellt sich dicht neben Ihren Stuhl und beugt sich beim Erklären näher zu Ihnen. Sie rücken mit dem Stuhl ein Stück weg, doch die Person kommt wieder näher, um den Text lesen zu können.

Sie sagen: „Bitte geh ein Stück zurück, ich brauche mehr Platz. Ich drehe den Bildschirm zu dir.“ Die andere Person antwortet, dass der Text von ihrem Platz aus zu klein ist. Sie vergrößern die Ansicht und bieten einen Stuhl neben dem Tisch an, sodass Sie beide den Bildschirm sehen und genügend Platz haben.

Wenn die neue Anordnung für Sie passt, genügt ein kurzes „So ist es gut“, und Sie können mit dem Dokument weitermachen. Sie haben Ihr eigenes Bedürfnis benannt und zugleich das praktische Hindernis der anderen Person berücksichtigt. Entscheidend ist, dass sich die Bedingungen des Gesprächs verändert haben. Sie müssen nicht lange darüber diskutieren, wer den ursprünglichen Abstand richtig eingeschätzt hat.

Wenn Sie bei der gemeinsamen Arbeit wiederholt aneinandergeraten, können Sie sich vorab absprechen: Sie öffnen das Dokument jeweils auf dem eigenen Bildschirm oder setzen sich zum gemeinsamen Lesen an einen größeren Tisch. Richten Sie die Vereinbarung danach aus, welche Ausstattung und welcher Platz zur Verfügung stehen.

Wenn die Person wieder näherkommt, werden Sie konkreter

Wenn auf Ihre erste Bitte keine Reaktion kommt, können Sie sie eindeutiger wiederholen: „Bitte bleiben Sie einen Schritt weiter weg. So ist der Abstand für mich angenehm.“ Sie müssen nicht jedes Mal einen neuen Grund nennen. Zugleich können Sie prüfen, ob die andere Person Sie gehört hat.

Wenn die Antwort lautet: „Ich wollte dir doch nur etwas zeigen“, können Sie das zur Kenntnis nehmen und an Ihrer Bitte festhalten: „Verstehe. Zeig es mir bitte von dort aus.“ So bleiben Sie bei dem konkreten Verhalten, das sich ändern soll.

Wenn eine klare Bitte wiederholt missachtet wird, entscheiden Sie auch danach, ob Sie das Gespräch fortsetzen möchten. Sie können sagen: „Ich brauche mehr Abstand. Ich unterbreche das Gespräch jetzt.“ Wiederholt sich die Situation bei der Arbeit, können Sie sie bei der Absprache künftiger Treffen ansprechen oder um Unterstützung dabei bitten, die Bedingungen für diese Treffen festzulegen.

Das Ergebnis hängt nicht allein von Ihrer Formulierung ab. Die andere Person muss bereit sein, Ihre Bitte zu respektieren. Wenn sie Ihr Anliegen herunterspielt oder Sie in eine unangenehme Situation drängt, müssen Sie weder weiter versuchen, sie zu überzeugen, noch immer höflichere Formulierungen suchen.

Wenn Sie im Moment nichts gesagt haben: Sie können das Bedürfnis nach mehr Abstand auch vor dem nächsten Treffen ansprechen. Zum Beispiel: „Lass uns beim Erklären das nächste Mal gegenüber voneinandersitzen. Neben meinem Stuhl brauche ich mehr Platz.“

Geben Sie der anderen Person dieselbe Möglichkeit

Wenn jemand Sie um mehr Abstand bittet, reagieren Sie möglichst unkompliziert: „Klar“, und treten Sie ein Stück zurück. Falls Sie zugleich klären müssen, ob Sie einander hören oder gemeinsam auf ein Dokument schauen können, sprechen Sie das an und schlagen Sie eine Anpassung vor. So kann das Gespräch beim eigentlichen Thema bleiben.

Wenn die andere Person lediglich zurücktritt, müssen Sie nicht sofort festlegen, was das bedeutet. Sie können an Ihrem Platz bleiben und den gewünschten Abstand respektieren. Ist die Anordnung unklar, gibt eine praktische Frage wie „Passt der Abstand so für Sie?“ Gelegenheit, das eigene Bedürfnis zu benennen.

Für das nächste Treffen können Sie sich einen Satz überlegen, den Sie ganz natürlich aussprechen können. Zum Beispiel: „Bitte lassen wir etwas mehr Platz zwischen uns.“ Damit können Sie Ihr Bedürfnis verständlich ausdrücken, wenn eine Geste allein nicht eindeutig genug ist.

Wie sieht es bei Ihnen tatsächlich aus? Wählen Sie die Antworten, die Sie am besten beschreiben:

Wie reagieren Sie, wenn Sie sich in einer unbekannten Umgebung voller Fremder befinden?

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Wie halten Sie Ihren Körper, wenn Sie mit jemandem sprechen, den Sie gerade kennenlernen?

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Wie reagieren Sie, wenn jemand in Ihren persönlichen Raum eindringt?

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Was machen Sie mit Ihren Händen, wenn Sie sprechen?

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Wie reagieren Sie, wenn Sie feststellen, dass jemand lügt?

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Welche Haltung nehmen Sie ein, wenn Sie versuchen, jemanden von Ihrer Meinung zu überzeugen?

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Wie äußert sich Ihre Nervosität in der nonverbalen Kommunikation?

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Wie verwenden Sie Augenkontakt in der Kommunikation?

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Wie reagieren Sie auf nonverbale Signale anderer Menschen?

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Wie drücken Sie Empathie durch nonverbale Kommunikation aus?

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