Wie Sie reagieren, wenn Ihr Kind immer wieder dazwischenredet

Wie Sie reagieren, wenn Ihr Kind immer wieder dazwischenredet

Sie unterhalten sich mit Ihrem Partner, und Ihr Kind möchte Ihnen ein Bild zeigen. Sie sagen „Einen Moment“, führen das Gespräch weiter – und kurz darauf spricht es Sie erneut an, diesmal lauter. Schließlich sagen Sie: „Unterbrich uns nicht ständig.“ Ihr Kind weiß jedoch möglicherweise noch nicht, wie es um das Wort bitten kann und wann es an der Reihe ist.

Bei wiederholtem Dazwischenreden kann eine einfache Vereinbarung zum Abwechseln im Gespräch helfen. Ihr Kind übt, sein Gesprächsinteresse zu zeigen und kurz zu warten. Der Erwachsene übernimmt die Verantwortung dafür, das Signal wahrzunehmen und dem Kind tatsächlich Raum zu geben. Passen Sie das Vorgehen an das Alter und daran an, welche Absprachen Ihr Vorschul- oder Grundschulkind bereits versteht.

Finden Sie zuerst heraus, was Ihr Kind sagen möchte

Bevor Sie an die Gesprächsregel erinnern, verschaffen Sie sich kurz einen Überblick. Ihr Kind möchte Ihnen vielleicht ein Bild zeigen, ein gemeinsames Erlebnis ergänzen, nach einem unbekannten Wort fragen oder um Hilfe bitten. Das Dazwischenreden allein verrät nicht, welcher Grund dahintersteckt. Wenn es nicht eindeutig ist, fragen Sie: „Was ist los?“

Achten Sie auch auf den bisherigen Gesprächsverlauf. Hatte Ihr Kind überhaupt Gelegenheit, sich zu beteiligen? Verschieben Sie seine Frage wiederholt? Sprechen mehrere Menschen gleichzeitig, auch Erwachsene? Bevor Sie an eine weitere Erinnerung denken, prüfen Sie, ob sich die familiäre Regel in dieser Situation überhaupt umsetzen lässt.

Hilfe bei Schmerzen, Gefahr oder Verletzungen darf nicht vom Warten abhängen. Erklären Sie Ihrem Kind in einem ruhigen Moment, dass es Sie bei einem solchen Anliegen sofort unterbrechen darf. Verwenden Sie verständliche Beispiele, etwa dass es sich verletzt hat oder jemand ihm wehtut. Wenn es nicht einschätzen kann, ob etwas warten kann, darf es Sie ansprechen; die Situation beurteilen Sie gemeinsam.

Vereinbaren Sie eine Bitte um das Wort und Ihre Antwort darauf

Erklären Sie die neue Vereinbarung in einem ruhigen Moment. Wählen Sie einen einfachen Satz oder eine Geste, die Ihrem Kind angenehm ist und die Sie zuverlässig bemerken können. Es kann sagen: „Ich möchte etwas sagen“, oder die Hand heben. Zu Hause müssen Sie kein schulisches Melden einführen, wenn eine kurze Ansprache für Sie besser passt.

Die Vereinbarung sollte drei konkrete Schritte enthalten:

  1. Das Kind bittet um das Wort. Es verwendet den vereinbarten Satz oder die Geste, damit Sie wissen, dass es sich beteiligen möchte.
  2. Der Erwachsene antwortet und nennt eine kurze Wartezeit. Zum Beispiel: „Ich höre dich. Ich beende diesen Satz, dann bist du dran.“
  3. Der Erwachsene übergibt das Wort. Nach dem Satz wendet er sich dem Kind zu: „Was wolltest du uns sagen?“ Anschließend lässt er es sprechen.

Wählen Sie zunächst ein Gespräch, bei dem Sie dieses Versprechen wirklich einhalten können. Wenn Sie ein längeres Telefonat beenden müssen, ist „nach diesem Satz“ keine passende Vereinbarung. Sagen Sie, dass Sie nach dem Telefonat miteinander sprechen, und überlegen Sie bei Bedarf gemeinsam, was Ihr Kind bis dahin tun oder an wen es sich wenden kann.

Versprechen Sie nur, was Sie einhalten können: Wenn Sie „nach diesem Satz“ sagen, beginnen Sie nicht noch ein neues Thema. Geben Sie zuerst Ihrem Kind Raum. Schicken Sie es nur wiederholt zum Warten, fehlt der Vereinbarung ihr letzter Schritt.

Zeigen Sie das Abwechseln an einem kurzen Gespräch

Beispielsituation: Zwei Eltern besprechen am Tisch, wann sie einen Ausflug machen. Das Kind kommt mit einem Bild und beginnt zu erklären, was es gezeichnet hat. Ein Elternteil sagt: „Du möchtest uns dein Bild zeigen. Ich beende noch, wann wir fahren, und dann schaue ich es mir an.“ Er beendet den Satz „Wir fahren am Samstagmorgen los“ und wendet sich dem Kind zu.

Nun kann er fragen: „Was ist auf dem Bild?“ Das Kind bekommt Raum für das, womit es gekommen ist. Folgt statt Interesse an seinem Bild eine lange Bewertung seines Verhaltens, wird das eigentliche Gespräch erneut aufgeschoben. Formulieren Sie eine notwendige Erinnerung deshalb kurz und wenden Sie sich auch dem Inhalt zu, den Ihr Kind mit Ihnen teilen möchte.

Sie können die Vereinbarung zunächst als kurzes Spiel ausprobieren. Ein Elternteil erzählt von seinem Tag, das Kind bittet während des ersten Satzes um das Wort, und der Erwachsene übergibt es nach dem Satz. Danach wechseln Sie die Rollen. Ein einziger Versuch genügt, bei dem beide sehen, wie das Warten endet.

Erinnern Sie beim nächsten Unterbrechen an den vereinbarten Schritt

Wenn Ihr Kind nach dem Ansprechen sofort zu reden beginnt, verwenden Sie eine kurze Erinnerung: „Ich weiß, dass du da bist. Ich beende noch den Satz.“ Danach geben Sie ihm das Wort, auch wenn Ihre Unterstützung nötig war. Ziel dieses Versuchs ist, den gesamten Ablauf einschließlich der Möglichkeit zu sprechen zu durchlaufen.

Vermeiden Sie Etiketten wie „Du bist so schlecht erzogen“ und Fragen wie „Wie oft soll ich dir das noch sagen?“ Sie können genau benennen, was gerade passiert: „Wir sprechen im Moment beide gleichzeitig.“ Legen Sie anschließend fest, wer seinen Gedanken beendet und wer danach an der Reihe ist. So erhält Ihr Kind eine brauchbare Information für den aktuellen Moment.

Wenn Ihr Kind aufgewühlt ist, weint oder dringend versucht, Ihre Hilfe zu bekommen, beenden Sie das Üben und finden Sie heraus, was es braucht. Sie können später zur Vereinbarung zurückkehren. Wenn auch Ihnen eine ruhige Reaktion nicht gelingt, können Sie sagen: „Ich habe lauter gesprochen. Ich versuche es noch einmal.“

Passen Sie die Vereinbarung an die konkrete Schwierigkeit an

Wenn der Ablauf nicht funktioniert, schauen Sie auf den genauen Punkt, an dem es nicht weitergeht. Die folgenden Möglichkeiten sind Vorschläge zum Ausprobieren; klären Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welcher Grund hinter seinem Verhalten steckt.

Was Sie beobachtenWas Sie anpassen können
Nach seiner Ansprache wird das Kind zunehmend lauter.Prüfen Sie, ob es Ihre Antwort wahrgenommen hat. Versuchen Sie statt eines kaum sichtbaren Nickens eine kurze verbale Bestätigung.
Nach dem Warten weiß es nicht mehr, was es sagen wollte.Verkürzen Sie die Wartezeit. Es kann ein Stichwort nennen, etwa „Bild“, auf das Sie später zurückkommen.
Es beginnt bei jeder kurzen Gesprächspause zu sprechen.Übergeben Sie das Wort ausdrücklich: „Jetzt bist du dran.“ Beim Üben muss es die Bedeutung jeder Pause nicht selbst einschätzen.
In einem kurzen Gespräch wechselt es sich ab, bei einem langen unterbricht es wiederholt.Teilen Sie das Gespräch so auf, dass es früher zu Wort kommt. Längere Themen können Sie zu einem Zeitpunkt besprechen, an dem sich zusätzlich jemand um das Kind kümmern kann.

Passen Sie die Wartezeit daran an, was Ihr Kind bei dem jeweiligen Versuch schafft. Beginnen Sie damit, nur einen kurzen Satz zu beenden. Fällt ihm die Bitte mit Worten schwer, vereinbaren Sie eine einfache Geste. Sie müssen nicht gleichzeitig eine genaue Formulierung, Blickkontakt und ruhiges Sitzen verlangen.

Bei wiederholten Schwierigkeiten auch in der Schule können Sie mit der Lehrkraft über konkrete Situationen sprechen. Fragen Sie, wie Ihr Kind in der Klasse zu Wort kommt und welche Erinnerung ihm hilft. Eine Vereinbarung zu Hause braucht möglicherweise andere Bedingungen als ein Gespräch in der ganzen Klasse; erklären Sie Ihrem Kind diesen Unterschied.

Schützen Sie den Gesprächsraum Ihres Kindes

Wenden Sie die Regel zum Abwechseln auch auf sich selbst an. Wenn Ihr Kind von einem Erlebnis erzählt, lassen Sie es möglichst seinen Gedanken beenden, auch wenn es langsam spricht oder mit einem unwichtigen Detail beginnt. Wenn Sie etwas nicht verstehen, stellen Sie eine einzelne klärende Frage. Korrigieren Sie die Aussprache oder ergänzen Sie die Geschichte nur dann, wenn dies für das Verständnis gerade nötig ist.

Beim Gespräch zwischen Geschwistern helfen Sie, die vereinbarte Reihenfolge einzuhalten: „Lea beendet jetzt diesen Teil, danach erzählst du von deinem Erlebnis.“ Achten Sie zugleich darauf, dass jedes Kind Raum bekommt. Wenn ein Kind sehr lange spricht, können Sie ihm helfen, eine Stelle zum Übergeben des Wortes zu finden: „Du erzählst noch, wie das Spiel ausgegangen ist, und danach hören wir Tomás zu?“

Wenn Sie selbst dazwischenreden: Sagen Sie: „Ich habe dich unterbrochen. Erzähl bitte zu Ende, was du sagen wolltest.“ Damit können Sie den konkreten Moment korrigieren und Ihrem Kind sofort den Gesprächsraum zurückgeben.

Achten Sie beim nächsten Gespräch auf eine Veränderung

Wählen Sie zu Hause ein kurzes, ruhiges Gespräch und erinnern Sie vorher an die vereinbarte Bitte um das Wort. Beobachten Sie, ob Ihr Kind sie ausprobiert und ob Sie ihm nach dem Warten Raum geben. Wenn es mit Ihrer Erinnerung gelingt, können Sie das konkrete Ergebnis benennen: „Du hast gewartet, bis ich fertig war, und dann habe ich mir deine Idee angehört.“

Als Fortschritt gilt auch, wenn Ihr Kind sagen kann: „Ich bin noch nicht fertig“, oder wenn Sie Ihr eigenes Unterbrechen bemerken und ihm das Wort zurückgeben. Beginnen Sie beim nächsten Versuch an dem Teil der Vereinbarung, der bereits funktioniert hat. Wenn das lange Warten schwierig war, planen Sie ein kürzeres Gespräch mit Raum für beide Seiten.

Wie sieht es bei Ihnen tatsächlich aus? Wählen Sie die Antworten, die Sie am besten beschreiben:

Wie würden Sie ein Kind unterstützen, das sich schämt, vor anderen zu sprechen?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie bringen Sie einem Kind bei, effektiv zuzuhören und ein Gespräch zu führen?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie würden Sie einem Kind helfen, sein Selbstbewusstsein in der Kommunikation zu entwickeln?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie würden Sie reagieren, wenn ein Kind in einem Gespräch häufig andere unterbricht?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie können Sie einem Kind helfen, das Angst hat, seine Meinung zu äußern?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie können Sie ein Kind lehren, Konflikte durch ruhige Kommunikation zu lösen?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie können Sie das Kind darin stärken, mit Erwachsenen zu sprechen?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie würden Sie einem Kind helfen, Lampenfieber beim Auftreten vor anderen zu bewältigen?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie können Sie einem Kind helfen, seine Gefühle besser auszudrücken?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie motivieren Sie ein Kind, neue Dinge auszuprobieren, ohne Angst zu haben?

Wählen Sie die Antwort, die Sie am besten beschreibt.

Wie man die Kommunikationsfähigkeiten und das Selbstbewusstsein von Kindern verbessert

Erhalten Sie eine Auswertung Ihrer Antworten

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, damit wir ein Konto erstellen und den Test zuordnen können. Nach dem Absenden aller 10 Antworten zeigen wir Ihnen die Auswertung auf der Seite und senden Ihnen einen Link per E-Mail.

Das könnte Sie interessieren