Informationsdetektive
Nicht jede überzeugend klingende Behauptung stimmt
Ihr Kind zeigt Ihnen ein Video, in dem behauptet wird, es gebe einen einfachen Trick, der immer für gute Noten sorgt. Statt darüber zu lachen, können Sie fragen: „Wer behauptet das und woher weiß die Person das?“ Es geht nicht darum, Ihrem Kind beizubringen, allem zu misstrauen. Es soll vielmehr lernen, die Qualität von Belegen einzuschätzen.
Probieren Sie ein einfaches Vorgehen aus: Behauptung – Quelle – Beleg – Alternative. Formulieren Sie zunächst gemeinsam die Behauptung möglichst genau. Finden Sie dann heraus, wer sie veröffentlicht hat und ob die Person etwas verkaufen oder Aufmerksamkeit bekommen möchte. Suchen Sie nach dem, was tatsächlich belegt ist. Fragen Sie schließlich, welche andere Erklärung es geben könnte.
Erklären Sie den Unterschied zwischen der Erfahrung einer einzelnen Person und einer Regel, die für alle gilt. Nur weil etwas bei einem Mitschüler funktioniert hat, heißt das nicht, dass es immer zum gleichen Ergebnis führt. Vergleichen Sie bei der Überprüfung mehrere passende Quellen und achten Sie auch auf das Datum der Information.
Machen Sie kritisches Denken nicht zu einem ständigen Streit. Wenn Ihr Kind nach neuen Informationen seine Meinung ändert, ist das keine Niederlage. Loben Sie es dafür, dass es bereit ist, seine Schlussfolgerung zu überdenken. Lassen Sie bei schwierigen Themen auch Raum für Fragen und Unsicherheit.
Für den Alltag: Suchen Sie gemeinsam eine harmlose Behauptung aus dem Internet. Stellen Sie die vier Fragen oben und ziehen Sie anschließend ein Fazit: „Was wissen wir, was vermuten wir nur und was müssen wir noch überprüfen?“