Innerer Dialog ohne Selbstabwertung
Ein hilfreicher Satz benennt den Fehler und den nächsten möglichen Schritt
Nach einem misslungenen Gespräch sagen Sie sich: „Ich weiß nie etwas Vernünftiges zu sagen.“ Diese Aussage geht weit über das konkrete Ereignis hinaus, das Sie beurteilen. Umgekehrt kann der Satz „Ich habe alles großartig gemacht“ einen tatsächlichen Fehler verdecken. Versuchen Sie es mit einer genaueren Formulierung: „Heute habe ich geantwortet, bevor ich die Frage verstanden hatte. Beim nächsten Mal kläre ich zuerst, was mein Gegenüber wissen möchte.“
Unterscheiden Sie zwischen Ereignis, Bewertung und dem Vorschlag für den nächsten Schritt. Das Ereignis kann unangenehm gewesen sein, und Sie können dafür tatsächlich Verantwortung tragen. Sie müssen daraus aber kein pauschales Urteil über sich selbst machen. Ebenso wenig müssen Sie Enttäuschung unterdrücken, nur damit Ihr innerer Dialog positiv klingt. In dieser Übung sind Genauigkeit und Angemessenheit wichtiger als eine optimistische Formulierung.
Prüfen Sie, ob der Satz zu einer Handlung führt. „Ich bin ein schlechter Redner“ sagt nicht, was sich ändern soll. „Vor meiner Antwort muss ich mir erst den Hauptgedanken klarmachen“ benennt bereits eine Fähigkeit. Wenn Sie noch nicht wissen, worin das Problem lag, ist es angemessen, Ihre Unsicherheit einzugestehen und um konkretes Feedback zu bitten.
Auch Humor auf eigene Kosten sollten Sie situationsabhängig einsetzen. Ein kurzer selbstironischer Moment muss weder eine Entschuldigung noch die Korrektur eines Fehlers ersetzen. Sich wiederholt selbst schlechtzumachen, ist auch kein notwendiges Zeichen von Bescheidenheit. Dieses Vorgehen ist eine Hilfe, um alltägliche Erfahrungen zu beurteilen. Nicht jedes starke Gefühl lässt sich ändern, indem man einen Satz umformuliert, und nicht jedes Hindernis entsteht im eigenen Denken.