Belastungen wahrnehmen, bevor sie sich aufstauen
Vergleichen Sie sich mit Ihrem üblichen Alltag
Nach einer anstrengenden Woche bemerkt Milan, dass er denselben Absatz immer wieder liest, einfache Entscheidungen aufschiebt und zu Hause gereizt reagiert. Statt sich zu fragen, warum er nicht leistungsfähiger ist, kann er prüfen, was sich verändert hat: die Zahl der Aufgaben, der Schlaf, Sorgen oder die Zeit zum Erholen. Ein schlechter Tag allein zeigt noch nicht das ganze Bild.
Die WHO nennt in ihrer Übersicht zu Stress unter anderem Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafprobleme als mögliche Anzeichen. Die Reaktionen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Dabei handelt es sich um allgemeine Gesundheitsinformationen, nicht um einen Diagnosetest. Diese Anzeichen können auch andere Ursachen haben und bestätigen für sich genommen keine bestimmte Erkrankung.
Achten Sie auf Dauer, Wiederholung und Auswirkungen. Können Sie Ihre alltäglichen Aufgaben bewältigen? Können Sie sich nach ausreichender Erholung wieder besser konzentrieren? Beginnen Sie, auch Dinge zu vermeiden, die Ihnen wichtig sind? Die Antworten dienen nicht der Selbstdiagnose, sondern helfen bei der Entscheidung, ob Sie Ihre Belastung anpassen, um Hilfe bitten oder fachlichen Rat einholen sollten.
Milan kann heute weniger Aufgaben gleichzeitig übernehmen und realistische Prioritäten vereinbaren. Zugleich achtet er darauf, ob die Beschwerden auch in einer ruhigeren Zeit wieder auftreten. Er muss nicht jede Stimmung genau messen oder warten, bis er völlig erschöpft ist. Neue, erhebliche oder sich verschlimmernde Beschwerden sollten nicht automatisch mit Stress erklärt werden. Sprechen Sie am besten mit einer medizinischen Fachkraft darüber.