Erholen oder das Problem angehen?
Wählen Sie den nächsten Schritt nach Bedarf und Dringlichkeit
Jana ist nach einem anstrengenden Tag erschöpft. Gleichzeitig erfährt sie, dass sie bis zum Abend eine Änderung bei einer Lieferung bestätigen muss. Wenn sie nichts unternimmt, entsteht morgen ein Problem. Sie muss die Angelegenheit aber nicht bis ins letzte Detail allein lösen. Sie kann eine kurze Nachricht schicken, einen Kollegen bitten, die Bestätigung zu übernehmen, und sich anschließend erholen.
Stellen Sie sich bei Ihrer Entscheidung drei Fragen: Muss ich jetzt neue Kraft schöpfen? Gibt es einen konkreten Schritt, der vernünftigerweise nicht warten kann? Brauche ich Hilfe, weil mir dafür gerade die Kapazität fehlt? Die Antworten schließen einander nicht aus. Manchmal ist sowohl eine kurze notwendige Handlung als auch anschließende Erholung sinnvoll; in anderen Fällen sollte die Arbeit zuerst unterbrochen werden.
Erholung ist keine Belohnung, die es erst gibt, wenn alles erledigt ist. Wenn die Aufgabenliste nie endet, lässt diese Regel keinen Raum, neue Kraft zu schöpfen. Eine Pause allein löst jedoch nicht unbedingt eine unklare Aufgabenstellung oder eine fehlende Absprache. Dafür braucht es eine konkrete Kommunikation oder veränderte Bedingungen.
Wenn Sie eine Aufgabe verschieben, legen Sie einen passenden Zeitpunkt für die Rückkehr fest: Zum Beispiel prüfen Sie morgen nach der morgendlichen Besprechung, welche Informationen noch fehlen. Damit versprechen Sie nicht, dass es Ihnen bis dahin wieder vollkommen gut geht. Sie sorgen dafür, dass die Aufgabe nicht ohne weitere Entscheidung offenbleibt. Wenn Müdigkeit die Sicherheit gefährdet, etwa beim Autofahren, ist die Dringlichkeit kein Grund weiterzumachen. Sorgen Sie für eine sichere Lösung oder holen Sie Hilfe. Wenn Anforderungen und Kapazitäten dauerhaft nicht zusammenpassen, braucht es eine umfassendere Anpassung – nicht nur die nächste kurze Pause.