Fragen, die das gegenseitige Verständnis fördern
Fragen Sie nach den Informationen, die Ihnen fehlen
Ein Kollege sagt: „Mit dem neuen System komme ich nicht zurecht.“ Die Frage „Du willst dich wohl schon wieder nicht anpassen?“ unterstellt bereits, warum er so denkt. Statt das Problem zu klären, fordert sie ihn auf, sich zu rechtfertigen. Hilfreicher wäre: „Bei welcher Aufgabe macht dir das neue System die Arbeit schwer?“ Die Antwort könnte zeigen, dass eine Funktion fehlt, die Anleitung unklar ist oder er mit der Aufgabenverteilung nicht einverstanden ist.
Stellen Sie eine offene Frage, wenn Sie die Sichtweise oder die Umstände erfahren möchten. Mit einer Anschlussfrage können Sie einen bestimmten Punkt genauer klären. Eine geschlossene Frage eignet sich, um eine Angabe zu bestätigen: „Betrifft das auch telefonische Bestellungen?“ Diese Arten von Fragen müssen nicht miteinander konkurrieren. Wählen Sie die Frage danach aus, was Sie gerade herausfinden möchten.
Stellen Sie eine Frage und warten Sie ab. Wenn Sie gleichzeitig fragen, was passiert ist, warum die Person nicht gehandelt hat und was sie vorschlägt, ist vielleicht nicht klar, worauf sie antworten soll. Greifen Sie die Antwort auf und fragen Sie gezielt weiter. Ein Gespräch sollte keine Liste vorbereiteter Fragen sein, die Sie unabhängig von neuen Informationen abarbeiten.
Eine Frage kann grammatisch offen und trotzdem suggestiv sein. „Warum ist mein Vorschlag die vernünftigste Lösung?“ lässt nur Raum für eine Begründung der bereits vorgegebenen Schlussfolgerung. Fragen Sie lieber nach Vorteilen, Einschränkungen und Alternativen. Respektieren Sie in persönlichen Gesprächen auch, wenn jemand nicht antworten möchte. Interesse gibt Ihnen nicht automatisch das Recht, private Umstände zu erfragen, die die Person nicht teilen möchte.