Schwierige Nachrichten und berechtigte Unsicherheit
Einfühlsamkeit braucht klare Informationen
Sie haben einem Bekannten zugesagt, an einem Familientreffen teilzunehmen, wissen jetzt aber, dass Sie nicht kommen werden. Der Satz „Mal sehen, vielleicht wird es irgendwie schwierig“ klingt weniger hart, lässt ihn aber so planen, als könnten Sie vielleicht doch kommen. Klarer wäre, die Entscheidung mitzuteilen und die Folgen anzuerkennen: „Am Samstag komme ich nicht. Es tut mir leid, dass sich das geändert hat. Ich weiß, dass du das Essen nach der Personenzahl planst.“
Unterscheiden Sie zwischen bestätigten Fakten, Unsicherheit und dem nächsten Schritt. Bei einem beruflichen Auftrag kann feststehen, dass der ursprüngliche Termin nicht eingehalten wird. Unsicher ist vielleicht noch, wann der Lieferant das Ersatzteil fertigstellt. Der nächste Schritt könnte sein, zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Update zu geben. Versprechen Sie nicht, bis dahin das Ergebnis der Prüfung mitzuteilen und damit gleichzeitig, dass das Problem dann gelöst sein wird.
Erklären Sie den Grund angemessen und wahrheitsgemäß. Nicht jede Situation erfordert private Einzelheiten. Ersetzen Sie diese aber nicht durch eine erfundene Ausrede. Wenn Sie selbst einen Fehler gemacht haben, benennen Sie ihn, ohne die Verantwortung abzuschieben. Wenn die Ursache noch unklar ist, unterscheiden Sie offen zwischen Ihrer Vermutung und den bestätigten Fakten.
Lassen Sie nach der Nachricht Raum für Reaktionen und Fragen. Ein einfühlsamer Ton verhindert nicht, dass die andere Person enttäuscht ist, und sorgt nicht dafür, dass sie die Nachricht sofort akzeptiert. Sie können verfügbare Möglichkeiten oder eine angemessene Wiedergutmachung besprechen. Versprechen Sie aber nichts nur, um den unangenehmen Moment zu beenden. Wenn Sie weitere Informationen zugesagt haben, melden Sie sich zum vereinbarten Zeitpunkt – auch wenn noch Unsicherheit besteht.